Probeweekend (5./6. November 2011)

In den vergangenen Wochen wurden die neuen Lieder in den einzelnen Registern eingeübt und rauf und runter gespielt. Nun war die Zeit gekommen, dass die neuen Stücke zusammengesetzt werden und last but not least, wollte man das gesellschaftliche natürlich auch nicht zu kurz kommen lassen.

Im Gärtnerweg traf man sich am frühen Samstagmorgen um 09.00 Uhr. Einige waren lediglich ein zwei Stunden im Bett und ihre Fahne wehte im Wind. Da wollte jemand wohl schon den Ernstkampf an der Fasnacht üben….mutig. Bepackt mit verschiedenen Metallgegenständen, geschmiedet zu Instrumenten und Notenständern, unsere schon fast legendären Punkt-/Heizstrahler und Maulwurfs fetter Soundanlage nahmen wir den beschwerlichen Weg in die Biosphäre in Angriff. Genau, wir hielten unser Probeweekend wieder im malerischen, ruhigen und urbanen Dörfchen Romoos ab, was seit ca. acht oder neun Jahren der Fall ist. Da dieses ruhige und abgelegene Dorf schon fast als zweiter Wohnsitz betrachtet werden kann, möchte ich hier ein paar geschichtliche Highlights aufführen:

Geschichte: Romoos wird unter dem Namen Rormoos(kommt von Rohr verlegen)  im Jahr 1184 in einer Urkunde von Wolhusen erstmals erwähnt. Vor der Schlacht bei Sempach schlossen sich die Entlebucher der aufstrebenden Stadt Luzern an. Kein Wunder, denn von Zürchern halten Sie auch heute noch nichts. Die Herrschaft blieb wegen der störrischen Abneigung der Entlebucher, gegenüber fremden Herren oft ablehnend. Dies bemerkt man auch heute noch, wenn man kurz vor Feierabend noch ein Flämmli in der Dorfkneippe trinken möchte. Beim Bauernkrieg um 1653 waren die Entlebucher an vorderster Front, weil Sie die schönsten Mistgabeln hatten und diese auch zeigen wollten.

Geographie: Die gesamte Gemeinde liegt im Voralpengebiet, im östlichen Teil des Napfberglandes und ist sehr hügelig - teilweise sogar gebirgig sowie vielfach stark bewaldet. Diese Landschaft eignet sich hervorragend für einen romantischen Spaziergang am frühen Morgen.

Bevölkerung: Von den 744 Einwohnern Ende 2010 waren 737 Schweizer und 7 Ausländer. An den Wochenenden vom September – Dezember steigt die Ausländerzahl aber jeweils drastisch an, da die Agglomeratiönler und die Städter sich auf das närrische Treiben vorbereiten.

Verkehr: Romoos liegt an keiner Verkehrsachse. Bis ins 19. Jahrhundert gab es keine ausgebauten Straßen hinunter ins Tal der Kleinen Emme. Gut hat sich dies geändert, sonst hätten die Erstalis einiges den Berg hinauf tragen müssenLachend. Zwischen 1780 und 1837 stieg die Zahl der Einwohner auf +41.9% an. In Romoos herrschte also reger Verkehr ohne dass Sie über richtige Straßen verfügten.

 

So, dass sollte fürs erste genügen. Dank der geschichtlichen News, konnte ich mir die langweilige Berichterstattung vom Vor-und Nachmittag sparenZwinkernd. Quatsch, es wurde natürlich geprobt, geprobt, geprobt…usw. Hie und da wurde natürlich auch ganz selten mal ein Wasser getrunken.  Der Captain verlor aber langsam an Wert, da sich sein Proviant dem Ende neigte.

Am späteren Nachmittag trudelten dann noch die restlichen Mitglieder, unsere Workaholics, welche das Arbeiten auch am Samstag nicht lassen können, sowie die Küchenmannschaft, angeführt von Öli, ein.

Ölis Team setzte sich aus dem Küchenburschen „Köbi National“ bekannt aus Radio und TV sowie Anita, dessen Firmgötti in einem Basler Zoo oder so, sicherlich mit Tieren arbeitet. Kaum war die Crew eingetroffen, machten Sie sich schon an die Arbeit….Genau, sie gesellten sich zu uns und man begoss die Ankunft bei einem Glas.

Bevor die feinen Schinkli aufgetischt wurden, mussten wir nochmals bei unserem Tampi antraben um zu praben. Schon leicht erschöpft genoss man dann aber das Fleisch, die sensationellen Salate und die mit etwas zu wenig Alkohol angereicherte Früchtebowle. Nach einer weiteren Probesesssion wurde dann der „Bunte Abend“ abgehalten. Der Bunte Abend konnte am Schluss zum „Blauen Abend“ umgetauft werden, denn der  Zustand der Mitglieder war mehrheitlich Blau. Ein Wunder geschah auch noch auf der Tanzfläche. Unser momentan Gehbehinderter Paukenspieler konnte auf seine Krücken  verzichten und verzückte die Girls dabei mit netten Moves. Die zu diesem Zeitpunkt nicht mehr verwendeten Gehilfen, nutzten zwei starke Männer um einen Biegekontest zu veranstalten.

Nach und nach zogen sich die Murmeltiere in Ihre Höhlen zurück. Je de später der Abend, desto softer wurde die Musik. Einige, die nie wissen wann genug ist, wollten dann die schlafende Meute am frühen Morgen bei Laune halten. Dies endete wie immer in totaler Begeisterung seitens der Schlafenden.

Als vermeintlich erster habe ich die sägende Höhle verlassen um mir mal einen Überblick zu verschaffen. Mit noch halb geschlossenen Augen musste ich aber bemerken, dass da gewisse Leute schon aufgestanden und andere gar nicht im Bett waren. Leider kam die Idee, denn Sonnenaufgang zu genießen etwas zu spät, da es bereits hell war. Vielleicht erhält der Romantiker ja im nächsten Jahr nochmals eine Chance, sofern er keinen Vogel einfangen muss.

Als sich alle wieder halbwegs zu Recht gemacht hatten, genoss man das reichhaltige Frühstück um wieder zu Kräften zu kommen. Wie immer mussten die Geschichten vom Vorabend nochmals erzählt werden, da gewisse sich nicht erinnern konnten oder schon am Schafe zählen waren.

Um 12.00 Uhr verabschiedete sich die Küchenmannschaft. Wir möchten uns an dieser Stelle nochmals herzlich bei Öli, Köbi National und Anita Kiser bedanken. Als die Küchencrew die Halle verlassen hatte, studerte ein Mitglied noch auf Wolke sieben hinterher um „Adieu“ zu sagenKüssend.

Das Proben klappte aber ganz gut, dieser Meinung war auf jedenfall unser TM, der am beschissensten aussah, dies hat er selbst zugegeben. Als Dank für diesen Anblick zerriss im der „Dählhölzli Fuzzi“ noch die Hosen, wobei sich der Anblick dadurch auch nicht besserte. Aber mit geschlossenen Augen lernt man die Stücke sowieso besser auswendigCool.

Zum Schluss stand wieder das obligate aufräumen auf dem Programm. Auch dieses Jahr griffen wir wieder zum „10er Nötli“ Trick, was uns einiges an Aufwand ersparte.

PS. Natürlich wurde auch dieses Jahr um Mitternacht wieder mächtig in die Pfanne gelangt. Zudem feierte KiliBob noch sein Comeback an der Pauke. Bärhans war auch dieses Jahr wieder der Milchmaster und die Fahrt nach Thun wurde leider nicht mit drei Punkten belohnt. Die Vorfreude auf das "Garäschelen" steigt von Tag zu Tag und wir alle hoffen, dass es am Sonntag bewölkt ist. Ach ja, die Dame oder der Herr, der die Toilette noch dekoriert hat, wird gebeten sich bei Blerim zumelden. Er wird die Sache diskret behandeln Zunge raus.

Weitere Personen denen wir zu Dank verpflichtet sind:

- Maulwurf, für die musikalische Leitung und den Anblick

- Event Duo M&S, für die Organisation des Weekends

- Captain Morgan, dass er uns auf Kurs gehalten hat, solange er anwesend war

 

Das wars aus Romoos...ich gebe zurück ins Studio.

 

Blerim im November 2011